Werner Bräunig
Werner Bräunig wurde am 12. Mai 1934 in Chemnitz geboren und starb am 14. August 1976 in Halle an der Saale. Nach einer
Schlosserlehre arbeitete er in verschiedenen Berufen und schlug sich
auch als Gelegenheitsarbeiter in Westdeutschland durch, ehe er in die
DDR zurückkehrte und unter anderem im Uranbergbau der Wismut-AG
beschäftigt war. Mitte der fünfziger Jahre begann er zu schreiben und
galt bald als große Hoffnung der jungen DDR-Literatur.
Von 1958 bis 1961 studierte Bräunig am Literaturinstitut in Leipzig, von 1961 bis 1967 war er dort Assistent und Leiter des Proseminars, geriet allerdings wegen angeblicher »feindlicher Gruppenbildung« zeitweise auch in das Blickfeld des Ministeriums für Staatssicherheit.
1960–61 begann er mit der Arbeit an seinem Opus Magnum »Rummelplatz«, ein wuchtiges Stimmungsbild des Frühstadiums der deutschen Teilung, das mit dem 17. Juni 1953 endet. Nach scharfer Kritik der SED-Zeitung »Neues Deutschland« wegen angeblicher »Beleidigung der Werktätigen und der sowjetischen Partner« brach Bräunig 1966 die Arbeit am Text ab. Zu DDR-Zeiten wurde der Roman nie veröffentlicht, es kam lediglich zu einem Vorabdruck in der »neuen deutschen literatur« (ndl, Heft 10, 1965) und zu einem zensierten Abdruck von 170 Seiten aus dem Manuskript im Sammelband »Ein Kranich am Himmel«. Von diesem Konflikt mit der SED hat sich Werner Bräunig trotz Fürsprechern wie Christa Wolf und Anna Seghers nie wieder erholt. Einen Roman schrieb er nicht mehr, doch verfasste er in der Folgezeit Essays, Erzählungen sowie Filmszenarien, Reportagen und Porträts. Er starb 1976 im Alter von 42 Jahren in Halle/Saale. Posthum wurde »Rummelplatz« 2007 für den Preis der Leipziger Buchmesse (Belletristik) nominiert.